Elisabeth Menslage  Heilpraktikerin für Psychotherapie
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T R A U M A

Traumatisierungen im Kindesalter können unter anderem durch körperliche Gewalt, sexuellen Missbrauch mit und ohne Penetration, aber auch durch körperliche oder emotionaler Vernachlässigung oder emotionalen Missbrauch verursacht werden. Die Schädlichkeit der beiden letzten Misshandlungensformen finden in der Gesellschaft oft keine ausreichende Beachtung. Durch Tierexperimente konnte gezeigt werden, dass durch das emotionale Erleben in den ersten Lebensjahren strukturelle neuronale Veränderungen (Verschaltungsmuster in den präfrontal-limbische Schaltkreise) im Gehirn verursacht werden, die lebenslang erhalten bleiben. Gewalttätige Traumata in der Kindheit und Jugend – egal ob einmalig oder längerandauernd – führen oft zu tiefgreifenden Störungen in der Persönlichkeit der Opfer, die über die Symptomatik allgemeiner posttraumatischer Erkrankungen hinausgehen. Kindheitstraumata erhöhen lebenslang die Risiken für körperliche oder/und psychische Erkrankungen.Bei Auftreten von akuten, die Opfer massiv beeinträchtigenden, Trauma-Symptomen wie z.B. Flashbacks sind Sie wie bei einem Autounfall ein Notfallhelfer, der die Aufgabe hat den Menschen aus der (inneren) Gefahrensituation herauszuholen und (in der Gegenwart) Sicherheit zu geben.

Flashbacks sind innere Notfallsituationen! Nicht alleinlassen oder nachfragen, was denn gerade erlebt wird. Dies gibt den „schlimmen“ Bildern und Gefühlen die Möglichkeit aktiv zu bleiben oder wieder aktiv zu werden und führt abermals zu Ohmachtsgefühlen. Der Traumatisierte erlebt erneut einen Kontrollverlust fühlt sich handlungsunfähig und wird damit vielleicht retraumatisiert.

Konkrete Tipps

„LOT“: Lagewechsel – Ortswechsel – Themenwechsel (durch unterschiedliche Reize / Anforderungen auf den Körper und das Gehirn von außen, ist es für das Gehirn leichter möglich, das emotionale Erleben wieder „herunterzuregeln“ und das logische Denken und Funktionieren im aktuellen Alltag wieder in den Vordergrund zu bringen. Das bedeutet, z.B. sofern der Betroffene sitzt, ihm helfen sich hinzustellen, dann den Ort der Auslösesituation verlassen und versuchen die Aufmerksamkeit der Person auf andere Dinge zu lenken, die nicht angsteinflößend sind.

Beim Namen ansprechen, sofern bekannt. (Nicht einfach anfassen, da die Person innerlich vielleicht gerade eine ganz andere Szene erlebt, wie im Alptraum. Sie könnten möglicherweise mit einem früheren Täter verwechselt werden und abgewehrt und dabei verletzt werden!!)

Herausnehmen aus der Auslösesituation!

Beruhigende Stimme

Sicherheit vermitteln

Bewegung initiieren (lenkt die Gehirnaktivität um)

Etwas zu trinken anbieten (lenkt die Gehirnaktivität um)

Tresorübung, nach Alter und Sprachkenntnis abgewandelt (s. Imaginationsübungen)

Anschließend durch andere Tätigkeit und anderes Thema ablenken

Wie kann ich helfen diese Menschen zu unterstützen und zu stabilisieren?

(Wichtig: Den „GUTEN“ Grund für jedes Verhalten suchen, um zu verstehen!)

Für den Betroffenen Verlässlichkeit schaffen

Dem Menschen das Gefühl geben angenommen zu werden, auch wenn er „komische“ Verhaltensweisen zeigt. Wenn Schlimmes erinnert wird, erzählen lassen, ruhig zuhören, Anteilnahme zeigen (aber nicht aktiv nach Details fragen!) aber eventuell auch behutsam ablenken, je nach eigenen Möglichkeiten (habe ich Zeit und Raum dafür, habe ich gerade selber ausreichend innere Stabilität?)

Gelassenheit, Sicherheit ausstrahlen

Freundlichkeit, Lächeln,

Emotional berechenbar sein, eigene emotionale Spitzen zurücknehmen

konsequent (= verlässlich) sein, (was ich sage setzte ich möglichst um)

Hilfe geben, wenn nötig beruhigen

Kontinuität der Bezugspersonen, der Räumlichkeiten, der Wege

verlässliche Alltagsstruktur

Und

Das Gefühl von Kontrolle und Wahlmöglichkeiten geben

Erfolgserlebnisse vermitteln

Möglichkeiten für Sport / Tanzen und Bewegung zum Stressabbau schaffen

Ablenkung (Mandalas malen, Musik machen Kreativität zulassen und fördern)

Möglichkeiten schaffen positive (innere) Gegenbilder zu bilden


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© by Elisabeth Menslage