Elisabeth Menslage  Heilpraktikerin für Psychotherapie
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Bauchtanz mit Sillvian

Da Bauchtanz eine uralte Methode ist, um Körper und Geist zu vereinen und wieder bei sich selbst anzukommen, kann man in stressigen Situationen perfekt abschalten, wenn man sich seine Lieblingsmusik in den Musikplayer einlegt und sich einfach bauchtanzend zu den Rhythmen bewegt. „Aber das kann ich doch mit jeder Musik und jedem Tanz“, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Doch Bauchtanz wirkt genau auf die „drei Engen“ (Wilhelm Reich) des Körpers ein und löst dort gezielt Blockierungen der Energie auf. Das kann man nicht von jedem beliebigen Tanzstil behaupten.

Die Art der Bewegungen besteht im isolierten Schütteln, Schieben, Kreisen, Kippen, Heben, Senken, Zittern von Körperteilen (Shimmy), wobei der restliche Körper in Ruhestellung verbleibt. Auf diese Weise interagiert jeder Körperteil einzeln mit der Schwerkraft. Das ist eine echte Herausforderung und muss durch regelmäßiges Training eingeübt werden.

Die „drei Engen“, die Reich beschreibt, befinden sich im Beckenboden, dem Zwerchfell- und dem Halsbereich. Es sind Stellen, an denen Ringmuskeln ihre Arbeit verrichten. Das sind Muskeln, die eine Öffnung ringförmig umgeben, weil etwas zeitweise verschlossen werden muss (zum Beispiel After, Mund, Augenlid, Harnblase, Iris). Hier machen sich zuallererst Verkrampfungen bemerkbar, wenn wir Emotionen verdrängen. Im Laufe der Zeit bilden sich dort sogar Körperverformungen aus. Was heißt das genau? Es bedeutet, dass der Körper immer mit der Schwerkraft agiert und fließt. Wenn die Energie an bestimmten Körperstellen nicht fließen kann, weil sich dort Blockierungen ergeben haben, bildet der Mensch in Bezug zur Schwerkraft ein kompensierendes Gleichgewicht aus – eine verformte, unnatürliche Körperhaltung entsteht.

So etwas lässt sich leicht bei älteren Menschen beobachten, die aufgrund derartiger Verformungen zum Beispiel oft vornübergebeugt gehen. Doch das ist kein unabwendbares Schicksal. Man muss lediglich regelmäßig Blockierungen des Energieflusses in den Ringmuskeln verhindern. Das kann man beispielsweise durch Bauchtanzbewegungen und Meditation erreichen. Man wird dadurch auch zunehmend körper- und gefühlsbewusst, was an sich schon Blockierungen sehr gut verhindert..

Der Orientalische Tanz (Bauchtanz) hat eine jahrtausendealte Tradition. Der Bauchtanz entstand in prähistorischen Zeiten in Nordafrika als Fruchtbarkeitsritual und als eine Art Geburtstanz. Seine Wurzeln sind in einer Zeit zu finden, in der die Menschen das Weibliche verehrten.

Die schwangere Frau tanzte mit mehreren Frauen der Sippe zusammen. Die schönen sanften Schwingungen des Bauchtanzes waren die natürlichen Bewegungen von Wehen und Geburt. Das zu erwartende Baby wurde wörtlich auf die Welt getanzt. Die Geburt fand oftmals während des Tanzes und im Stehen oder in der Hocke statt. Dieser Geburtsritual bzw. Tanz wird auch noch heute in Nordafrika praktiziert. Etwa 4000 J. v.Ch. entstand in Ägypten eine Hochkultur, in der sich die Oberschicht auch musischen Betätigungen widmete. So wandelte sich dieser Ritualtanz zum religiösen Tempel- und gesellschaftlichen Schautanz. Der Bauchtanz entwickelte sich in Matriarchat zu einem sinnlich-künstlerischen Genuß. Die Frau stand damals im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Mit dem Übergang zum Patriarchat und Entwicklung der Religionen wie Christentum und Islam, die Körperlichkeit ablehnten, war der Tanz nur im Haus und allein unter Frauen erst möglich.

In dieser Zeit entstand der Stand der Berufstänzerinnen, die der Unterhaltung bei den großen Festen dienten. Sie kamen überwiegend aus dem einfachen Volk oder waren Zigeunerinnen. Sie wurden für ihre Kunst entlohnt, jedoch nicht als angesehene Frauen beachtet. Sinnliche Bewegungen des Körpers wurden durch Kirche und Gesellschaft verurteilt. Erst die sexuelle Emanzipation und die Flower-Power-Bewegung in Amerika Ende der 60-er Jahre brach mit alten Konventionen.

In dieser Zeit fiel die Entdeckung des Bauchtanzes, als Orientalischer Tanz genannt, in den USA. Schließlich brach eine wahre Bauchtanzwelle aus, die sich nach einer Weile auch nach Europa überschwappte. Leider wird in unserer Kultur dieser Tanz durch die Gesellschaft oftmals zum „Anmachtanz“ mit erotisch-sexuellem Charakter degradiert. Der Bauchtanz ist aber viel mehr. Es ist nicht nur eine Orientalische Tanzkunst entstanden. Der Tanz ermöglicht jeder Frau ihre tiefen Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Als ursprünglicher Ritual-Tanz, ist der Bauchtanz ein Stück alter Frauenkultur, der unsere westliche Kultur bereichert.

Kontakt und Infos über Tel.: 015252757038
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© by Elisabeth Menslage